Freitag, 31. März 2017

Träume selbst geschneidert

Was macht man, wenn man einfach nicht das Brautkleid seiner Träume finden kann? Man schneidert es selbst! Das klingt im ersten Moment einfach gesagt, dahinter steckt jedoch eine Menge Arbeit. Laura Hertel erzählte uns, wie es wirklich ist, als Maßschneiderin zu arbeiten. 


Wenn man das Ladenatelier „Schleifenfänger“ in der Leipziger Südvorstadt betritt, fühlt es sich an,  wie ein wahr gewordener Mädchentraum. Soweit das Auge reicht entdeckt man Brautkleider mit Spitze. Sofort wird einem klar:  Hier steckt jemand mit viel Kreativität und Liebe zum Detail dahinter. Laura Hertel ist die Person hinter dem Brautmodengeschäft, welches 2015 eröffnet wurde. Die Leipzigerin erfüllte somit nicht nur sich einen Traum, sondern auch den vieler anderer. Mit Vintage inspirierten Kleidern erfreut sie Bräute von Bayern bis nach Ostfriesland. Ihre Kunden haben die Qual der Wahl – ein Brautkleid aus der aktuellen Kollektion oder doch eine individuelle Anfertigung? 

Dabei sollte man sich jedoch früh entscheiden, denn die Fertigstellung kann bis zu 6 Monaten dauern. Als Dank der Geduld bekommt man dafür ein individuelles Brautkleid. Ihr eigenes Hochzeitskleid fertigte  sich die gelernte Maßschneiderin selber an. Als Inspirationsquelle diente das Brautkleid ihrer Oma. Ihre Leidenschaft für selbstgenähte Kleidung begann jedoch schon im zarten Alter von 14 Jahren. Schnell war Laura Hertel klar, diese Leidenschaft möchte ich zu meinem Beruf machen. Es folgte nicht nur eine Lehre zur Maßschneiderin in Leipzig, sondern auch ein Modedesign-Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Das Thema ihrer Abschlussarbeit? Ganz klar: „Trau(m)kleid“. Aber muss es denn immer das klassische Weiße sein? Nicht unbedingt, denn in Laura Hertels Kleidern findet man nicht nur weiße Spitze, sondern auch helle Farben. Klassiker zeitgemäß zu interpretieren, dieser Aufgabe widmet sich die Modedesignerin. Und die zum Kleid passende Krawatte fertigt sie auf Anfrage auch noch gerne an. 

Bei wem jetzt der Wunsch nach dem Selbernähen geweckt wurde, hat Glück. Denn Laura ist nicht nur Schneiderin, sondern auch Autorin von drei Nähbüchern. Außerdem gibt die Leipzigerin erfolgreich Unterricht zum Thema „Frischer Wind im Kleiderschrank“ an der Volkshochschule. Ihr Tipp für Menschen, die erst mit dem Nähen anfangen: Auf gar keinen Fall vor Fehlern scheuen, mutig sein und sich auszuprobieren. Und so verließ ich das Ladenatelier in der Kochstraße mit den Worten: „Wir sehen uns, spätestens wenn ich heirate.“.


Schleifenfänger Brautmode

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